Was Telekom-Kunden wirklich wissen müssen!

Ich bin kein Telekom-Kunde - soll ich trotzdem weiterlesen?

Dann basiert Ihr Anschluß sehr wahrscheinlich bereits auf der neuen Technologie. Die nachfolgenden Informationen können trotzdem hilfreich für Sie sein.

Was verändert sich gerade bei der Telekom?

Seit 2013 arbeitet die Telekom mit Hochdruck daran, die gesamte Vermittlungstechnik bundesweit - einfach ausgedrückt - auf Internet-Telefonie umzustellen. Die bisherige ISDN-Vermittlungstechnik ist inzwischen veraltet und kostspielig und wird daher durch IP-Technik abgelöst. Die Umstellung aller bundesweit mehr als 30 Millionen Telekom-Telefonanschlüsse soll laut Telekom bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Telekom ist damit der größte, aber auch letzte deutsche Anbieter, der auf IP-Telefonie umstellt.

Was bedeutet das für die Telefonie ganz grundsätzlich?

Das bisher relativ eigenständige ISDN-basierte Vermittlungsnetz innerhalb der Telekom wird vollständig verschwinden. Telefonie ist mit der neuen Technik einer von vielen Diensten im Internet. Teile der Internet-Technologien bilden zukünftig den technischen Unterbau für die gesamte Telefonie.

Welche neuen Möglichkeiten werden dadurch geschaffen?

Durch den Breitbandausbau werden nicht nur die Internetzugänge schneller. Vielmehr werden an vielen Telefonanschlüssen - gerade im ländlichen Bereich - die technischen Voraussetzungen für eine Umstellung auf eine IP-basierte Telefonie geschaffen!

Bekomme ich automatisch einen schnelleren Internetanschluss?

Nicht unbedingt. Teilweise wird das Übertragungsverfahren geändert. Daher ist es notwendig, mit der Telekom Kontakt aufzunehmen und einen schnelleren Anschluß zu buchen. Aber Achtung! In der Regel wird dabei automatisch die Telefonie von analog/ISDN auf IP umgestellt!

Wie bekomme ich einen schnelleren Internetanschluss?

Nehmen Sie mit der Telekom Kontakt auf. In der Regel werden Sie in einen anderen Tarif wechseln. In der Folge wird der bisherige Vertrag aufgelöst und ein neuer Vertrag über einen IP-basierten Anschluß abgeschlossen. Die neuen Verträge haben geänderte Vertragsbedingungen und eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. (Angaben ohne Gewähr - hinterfragen Sie bei Bedarf Details im Gespräch mit dem Telekom-Vertrieb!)

Was ändert sich mit einem schnellen Internetanschluss?

Das analoge oder ISDN-Signal wird am Tag der Umstellung abgeschaltet und nur noch ein DSL-Signal geschaltet. Entsprechende Hardware (Analogtelefon oder bei ISDN Splitter und NTBA) funktioniert dann nicht mehr direkt an der Telefondose. Splitter und NTBA werden komplett demontiert.

Was brauche ich für einen moderen Internetanschluss?

Bei einem modernen Internetanschluß übernimmt der Router eine zentrale Rolle für alle Internetdienste. Auch die Telefonie findet darüber statt. Der Router muß die aktuellen DSL-Protokolle unterstützen (derzeit ADSL2+ bzw. VDSL2). Ältere Router müssen ggf. ersetzt werden, da sie insbesondere das VDSL2-Protokoll noch nicht beherrschen. Je nach Routermodell sind intern neben Computernetzwerk-Ports auch 1-2 analoge Ports und bei höherwertigen Modellen sogar 1-2 ISDN-Ports vorhanden. Der Router übernimmt dann einfach ausgedrückt die Funktion eines "Übersetzers": Auf der Internet-Seite kommuniziert er IP, auf der hausinternen Seite spricht er analog oder ISDN. So können vorhandene analoge Telefone und FAX-Geräte einfach weiterbetrieben werden. Auch kleinere ISDN-Telefonanlagen können weiterhin funktionieren, da dann der Router intern mit dem Amtsanschluß der Telefonanlage ISDN spricht.

Muß der neue Router von der Telekom sein?

Nein - der Routerzwang besteht nicht mehr! Die Telekom (wie fast jeder andere Anbieter) bietet verschiedene Router zur Mieter oder zum Kauf an. Sie haben allerdings die freie Wahl ein Telekom-Gerät zu nehmen oder ein Fremdgerät - zum Beispiel eine Fritz!Box vom deutschen Hersteller AVM.

Ich will meinen bestehenden Telefonanschluss nicht ändern!

Der interne Umbau bei der Telekom ist in vollem Gang. Früher oder später ist jeder bisherige analoge oder IDSN-Anschluß betroffen! Wer die Aufforderungen der Telekom zum Umstieg auf einen modernen IP-Anschluß ignoriert, riskiert eine Vertragskündigung und damit den Verlust seines Telefonanschlusses samt Telefonnummer(n). Jede/r Telekom-Kunde/Kundin sollte sich daher rechtzeitig mit der anstehenden Umstellung befassen.

Ich komme bisher ohne Internet aus und brauche es nicht!

Wie bereits beschrieben, wird das gesamte Vermittlungsnetz der Telekom auf Internettechnik umgestellt. Die Telekom bietet allerdings weiterhin analoge Anschlüsse an. Diese werden mit einem Kunstgriff in der Vermittlungsstelle der Telekom realisiert. Einfach gesagt, wird dort ein Adapter zwischengeschaltet, der ein analoges Signal an die Dose des Kunden liefert. Somit können vorhandene analoge Telefone oder andere Endgeräte wie Notrufsysteme oder Alarmanlagen weiterbetrieben werden, ohne zwingend einen Router anzuschaffen. Die Tarife für solche Anschlüsse werden als xy/Standard (m) oder xy/Standard (neu) bezeichnet. Weiter Informationen zur technischen Realisierung und dem Thema Speisespannung hat das Team von teltarif.de in dem Artikel Telekom: Diese IP-Anschlüsse bieten Speisespannung an der TAE zusammengefasst.

Kündigt mir die Telekom wirklich?

Ja! Der Netzumbau ist fundamental und die Konsequenzen vergleichbar mit der Abschaltung der terrestrischen Fernsehfrequenzen vor einigen Jahren. Wer damals nicht rechtzeitig auf SAT oder Kabel umgestiegen ist, der hatte einfach kein Bild mehr...

Kann ich mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter meinen bisherigen Telefonanschluß erhalten?

Sehr wahrscheinlich nicht! Die kleineren Anbieter setzen teils von Anfang an IP-Telefonie ein. Es gibt nur wenige Anbieter, die bisher echte analoge oder ISDN-Anschlüsse anbieten konnten. Ausserdem ist zu bedenken, dass die Telekom nach wie vor den größten Teil des Hausanschlußnetzes inne hat. Altenative Anbieter müssen daher auf den letzen "Metern" vielfach durchs Telekom-Netz durchleiten und sind darum an die technischen Möglichkeiten gebunden, die die Telekom als Vorlieferant zur Verfügung stellt. Schaltet also die Telekom ISDN ab, kann in den meisten Fällen auch kein alternativer Anbieter ISDN ins Haus liefern.

Ich habe mehrere ISDN-Anschlüsse!

Die neue Technik bietet hier Vorteile und die Chance auf Kosteneinsparungen. Bei den IP-basierten Anschlüssen für Geschäftskunden (DeutschlandLAN IP) können bis zu 6 weitere Gesprächskanäle zu den standardmäßigen 2 Gesprächskanälen (= Amtsleitungen) zugebucht werden. Dadurch können frühre "Krückenlösungen" mit 2 oder 3 ISDN-Anschlüssen (für genügend Amtsleitungen) konsolidiert werden. Genaueres bitte bei der Telekom erfragen - ggf. zusammen mit dem Fachmann Ihres Vertrauens.

Ich habe eine ISDN-Telefonanlage!

Je nach Situation können kleine ISDN-Anlagen weiterbetrieben werden, indem ein Router mit internem ISDN-Port eingesetzt wird. Allerdings ist schnell eine Anlagengröße erreicht, bei der sich die Frage stellt, ob sie nicht durch ein modernes System ersetzt wird, das die "Internet-Amtsleitungen" direkt verwalten kann. Hier ist eine rechtzeitige genauere Prüfung der Sachlage durch einen Fachmann ratsam und entsprechendes Budget für eine Moderisierung zu planen.

Ich habe eine Alarmanlage oder andere Systeme (Stallalarm, Aufzugtelefon, EC-Cash-Gerät, etc.)!

Eine genauere Prüfung der Situation durch einen Fachmann ist sehr ratsam, um eine geeignete Lösung zu entwickeln. Eventuell sind weitere Komponenten erforderlich oder alternative Signalisierungswege notwendig, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.


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